Feuerwehr bedeutet weit mehr als Brände löschen. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die technische Hilfeleistung, insbesondere bei Verkehrsunfällen mit verletzten oder eingeschlossenen Personen.
Mit der Bundesstraße 321 führt eine wichtige Verkehrsverbindung durch unser Gemeindegebiet. Immer wieder werden wir zu teils schweren Verkehrsunfällen alarmiert. Bei bestimmten Einsatzstichworten unterstützen wir außerdem auf der Autobahn A14.
Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein, beschäftigten sich unsere Kameradinnen und Kameraden in drei aufeinander aufbauenden Ausbildungsdiensten intensiv mit der Rettung von Menschen aus verunfallten Fahrzeugen. Dafür stand uns ein eigens bereitgestellter Pkw zur Verfügung.
Unsere Ausstattung – unsere Möglichkeiten
Die Freiwillige Feuerwehr Pinnow ist eine Feuerwehr mit Grundausstattung. Unsere Einsatzfahrzeuge – ein Löschgruppenfahrzeug (LF 10), ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) und ein Mannschaftstransportwagen (MTW) – verfügen über Ausrüstung zur grundlegenden technischen Hilfeleistung, jedoch nicht über hydraulische Rettungsgeräte wie Schere und Spreizer.
Bei Verkehrsunfällen in unserem Gemeindegebiet werden in der Regel die Feuerwehren Raben Steinfeld und/oder Crivitz mit alarmiert, die über entsprechende technische Rettungsausrüstung verfügen.
Auch mit unseren eigenen Mitteln können wir wichtige Aufgaben übernehmen: die Absicherung und Ausleuchtung der Einsatzstelle, die Sicherstellung des Brandschutzes, die Fahrzeugstabilisierung, das Schaffen erster Zugangsöffnungen, das Glasmanagement sowie die Betreuung und Unterstützung bei der Rettung verletzter Personen.
Doch was passiert, wenn andere Feuerwehren bereits in Einsätzen gebunden sind? Dann müssen wir gegebenenfalls eigenständig handeln und bei entsprechender Gefahrenlage eine Menschenrettung mit unseren vorhandenen Mitteln durchführen.
Genau deshalb stand bei unserer Ausbildung eine zentrale Frage im Mittelpunkt: Was können wir mit unserer Ausrüstung selbst leisten – und wo liegen unsere Grenzen?
Ein Fahrzeug – verschiedene Unfallsituationen
An unserem Übungsfahrzeug trainierten wir unterschiedliche Szenarien. Zunächst beschäftigten wir uns mit der Versorgung und schonenden Rettung einer verletzten Person aus einem normal stehenden Pkw. Anschließend wurde das Fahrzeug auf die Seite und später auf das Dach gelegt.
Die Schwerpunkte unserer Ausbildung waren:
Absicherung der Einsatzstelle: Schutz der Unfallbeteiligten, anderer Verkehrsteilnehmer und unserer Einsatzkräfte.
Fahrzeugstabilisierung: Sicherung verunfallter Fahrzeuge gegen ungewollte Bewegungen.
Glasmanagement: Sicherer Umgang mit Fahrzeugscheiben und Schutz verletzter Personen.
Patientenbetreuung und schonende Rettung: Befreiung verletzter Menschen unter Vermeidung zusätzlicher Belastungen.
Arbeiten unter erschwerten Bedingungen: Umgang mit schwierigen Fahrzeuglagen und Dunkelheit.
Gerade die Übungen an den umgestürzten Fahrzeugen verdeutlichten, wie wichtig technisches Verständnis, der sichere Umgang mit unserer Ausrüstung und Teamarbeit sind.
Gemeinsam für die Sicherheit unserer Bürger
Bei schweren Verkehrsunfällen arbeiten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eng zusammen. Für uns ist es wichtig, unsere Aufgaben in diesem Zusammenspiel zu beherrschen und zugleich eigenständig handlungsfähig zu bleiben.
Denn im Ernstfall zählt nicht nur, welche Technik zur Verfügung steht, sondern auch, wie gut wir mit unseren vorhandenen Mitteln helfen können.
Ein großes Dankeschön an alle Kameradinnen und Kameraden, die ihre Freizeit für die Ausbildung und damit für die Sicherheit unserer Gemeinde einsetzen.
Eure Freiwillige Feuerwehr Pinnow