Wie soll sich das Gelände des Flugplatzes Pinnow langfristig entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit September eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Gemeindevertretung.
Warum beschäftigen wir uns jetzt damit?
Ausgangspunkt ist die Kündigung des bestehenden Vertrags durch die Gemeinde Pinnow. Damit endet das bisherige Vertragsverhältnis für die rund 50 Hektar große gemeindliche Fläche zum 31. Dezember 2029.
Wichtig dabei: Die Kündigung bedeutet nicht automatisch das Ende des Flugplatzes. Sie bedeutet aber, dass die Gemeinde jetzt entscheiden muss, wie es nach 2029 weitergehen soll. Dazu gehört sowohl die Frage, unter welchen Bedingungen der Flugplatz weitergeführt werden könnte, als auch die Prüfung möglicher alternativer oder ergänzender Nutzungen.
Diese Entscheidung wollen wir nicht erst kurz vor Vertragsende treffen, sondern frühzeitig und auf einer belastbaren Grundlage vorbereiten.
Unterschiedliche Sichtweisen
Die Zukunft des Flugplatzes wird in unserer Gemeinde unterschiedlich bewertet. Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger wünscht sich eine langfristige Fortführung des Flugbetriebs. Andere sehen die heutige Nutzung kritisch oder wünschen sich neue Perspektiven für die Fläche.
Die Arbeitsgruppe soll deshalb keine bereits feststehende Lösung bestätigen, sondern die unterschiedlichen Möglichkeiten, Interessen, Chancen und Auswirkungen ergebnisoffen betrachten.
Woran arbeitet die Arbeitsgruppe?
Am 17. September fand das erste Treffen im Feuerwehrhaus Godern statt. Zunächst wurde der aktuelle Stand zusammengetragen und festgelegt, welche Fragen für eine zukünftige Entscheidung beantwortet werden müssen.
Im Mittelpunkt stehen derzeit zwei grundsätzliche Richtungen:
Fortführung des Flugplatzes unter neu zu definierenden Rahmenbedingungen
alternative oder ergänzende Nutzung des Geländes
Auch der Fliegerverein steht im Austausch mit der Gemeinde und hat grundsätzlich Interesse signalisiert, den Flugbetrieb über 2029 hinaus fortzuführen.
Für die weitere Bewertung spielen unter anderem der Nutzen für Pinnow und Godern, die finanziellen Auswirkungen, rechtliche und planerische Fragen, Natur und Landschaft sowie die Interessen von Vereinen, Freizeitnutzern und Anwohnern eine Rolle.
Viele Punkte befinden sich noch im Arbeitsstadium. In den kommenden Wochen werden deshalb weitere Informationen zusammengetragen und die verschiedenen Möglichkeiten konkretisiert.
Unser Ziel ist es, möglichst innerhalb von rund drei Monaten zu belastbaren Ergebnissen zu kommen. Diese sollen anschließend in der Gemeindevertretung vorgestellt und öffentlich beraten werden.
Auch eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am weiteren Prozess ist vorgesehen bzw. wird derzeit als Möglichkeit betrachtet.
Die Kündigung des bisherigen Vertrags nimmt die zukünftige Nutzung also nicht vorweg. Sie ist vielmehr der Anlass, jetzt rechtzeitig und ergebnisoffen darüber zu beraten, wie es mit dem Flugplatzgelände nach 2029 weitergehen soll.
Frank Würschnitzer
Koordinator der Arbeitsgruppe „Zukunft Flugplatz Pinnow“