Liebe Pinnowerinnen und Pinnower, liebe Gäste,
ich wünsche Ihnen allen ein gesundes, glückliches und zuversichtliches Jahr 2026 und möchte als Erstes mit Ihnen darauf anstoßen! Zum Wohl.
Obwohl es ja nur die Zukunft ist, die wir gestalten können, möchte ich trotzdem vorher kurz auf das abgelaufene Jahr zurückblicken.
Es war wie immer ein bewegtes Jahr, aber auch ein Jahr mit vielen schönen Momenten.
Im Hinblick auf wirtschaftlich schwieriger werdende Zeiten haben wir in 2025 erste Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung eingeleitet.
So haben wir gemeinsam mit unserer Verwaltung sämtliche Pachtverträge der Gemeinde überprüft, aktualisiert und an das Marktniveau angepasst. Damit stellen wir sicher, dass kommunales Eigentum fair, transparent und wirtschaftlich genutzt wird.
Ebenfalls dringend notwendig war die Anpassung der Zweitwohnungssteuer. Gerade unsere Dauergäste nutzen viele Leistungen der Gemeinde – von der Infrastruktur über die Pflege öffentlicher Anlagen bis hin zur Abnutzung von Wegen und Straßen. Diese Leistungen kosten Geld und können nicht ausschließlich durch die Einwohner von Pinnow alleine finanziert werden.
Die Haushaltsplanung für 2026 wurde ebenfalls durch den Haushalts- und Finanzausschuss sehr strikt und konservativ vorbereitet.
Ein herausforderndes Thema der vergangenen Jahre war es, die richtigen Pächter für unseren Strandkiosk zu finden. Zum Saisonstart 2025 ist es mit dem Pächterehepaar Alex & Sebastian Kahl endlich gelungen. Bei meinen Besuchen am Strand und nicht zuletzt aus zahlreichen Gesprächen mit unseren Einwohnern und Gästen konnte ich feststellen: „Jetzt passt es“ und unser Kiosk wird mit Herzblut betrieben.
Ein sehr positives Ereignis im November war die Inbetriebnahme der neuen, modernen Poststation. Mit dieser Automatenlösung können Postdienstleistungen nun wieder direkt im Ort erledigt werden. Unsere Bürgerinnen und Bürger sind damit nicht mehr gezwungen, weite Wege in Kauf zu nehmen – ein echter Gewinn für die Lebensqualität in Pinnow.
Auch ein großes und wichtiges Thema war die Entscheidung der Gemeindevertretung, den Eigenbetrieb Fernwärme einzustellen. Die wirtschaftliche Realität, der desolate Zustand des Netzes und die immer schon hohen Energiekosten für die Nutzer ließen keine andere Entscheidung zu.
Die Welt aber auch die Wirtschaftswelt ist ständig im Wandel und das Leben besteht aus Veränderung. Das trifft auch auf einige Pinnower Unternehmer zu, die privatwirtschaftliche Entscheidungen treffen mussten oder wollten, die wir respektieren müssen, aber die natürlich immer auch Auswirkungen auf unsere Gemeinde haben.
So hat unsere Gaststätte „Zum Petersberg“ bereits seit über einem Jahr ihren Geschäftsbetrieb eingestellt.
Die Tennishalle wurde mit den Außenplätzen in 2025 zum Verkauf angeboten und noch im Dezember mussten wir erfahren, dass der EDEKA Markt zum 31.03.26 seinen Geschäftsbetrieb nach 25 Jahren einstellt, was nicht nur ich sehr bedauere.
Aber, wenn ich eines im Leben gelernt habe, so ist es, dass man sich allen Herausforderungen stellen muss, dass man nicht an Vergangenem klammert, sondern nach vorne schaut und, dass wenn eine Tür zugeht, bald eine Neue aufgeht.
Zum Abschluss dieses kurzen Rückblicks möchte ich mich sehr herzlich bei allen Mitwirkenden in der Gemeindevertretung bedanken, denn wir haben eine, wie ich finde, sehr gute und konstruktive Arbeitsebene gefunden, die der Gemeinde gut tut.
Auch möchte ich mich bei allen Engagierten im Ehrenamt bedanken, die ihre Zeit für das Allgemeinwohl opfern. Ob das in der Feuerwehr, in den Sportvereinen, im Heimat- und Kulturverein, bei der Kirche, bei den Senioren oder bei Kinder- und Jugendlichen ist. Aber auch bei allen anderen Helfern, die uns z.B. bei unseren Veranstaltungen unterstützt haben. Das macht Pinnow lebendig.
Nicht zuletzt möchte ich mich auch bei unseren Mitarbeitern des Bauhofes bedanken, denn sie haben mit großem Einsatz dafür gesorgt, dass mit unserer Infrastruktur stets alles in Ordnung ist und wir uns auch in Sachen Ortsbild sehen lassen können.
Danke Ihnen Allen!
Ausblick auf das Jahr 2026
Was wäre das Jahr 2026 ohne Herausforderungen? Diese kommen bekanntlich meist ganz von alleine.
Eine der zentralen Aufgaben wird in diesem, aber auch in den folgenden Jahren die Sicherstellung eines ausgeglichenen Haushaltes sein.
Pinnow gehört im Vergleich nach wie vor zu den finanziell gut aufgestellten Gemeinden: Wir sind schuldenfrei und verfügen über ausreichend Liquidität.
Aber selbst wir müssen in 2026 schon rund 400.000 Euro aus den Rücklagen entnehmen und das, obwohl wir jeden Cent zweimal umdrehen.
Wie kommt das?
Meine persönliche Meinung dazu ist .… weil wir uns einfach zu viel Bürokratie leisten. Große Verwaltungen, die sich mit veralteten, z.T. uneffektiven Prozessen abmühen und einfach zu viel kosten. Das wird dann als Zwangsumlagen auf die Kommunen und damit auf die Steuerzahler abgewälzt.
Alleine der Anteil unserer Gemeinde an diesen Kosten der Verwaltungen beträgt über 1,5 Millionen € bei einem Gesamthaushalt von ca. 3,3 Millionen €.
Trotzdem blicken wir positiv nach vorne – denn Pinnow bleibt handlungsfähig.
Eine erste positive Botschaft habe ich von den Inhabern der Tennishalle bekommen. Die Halle mit Außenplätzen ist verkauft und wird künftig zur Spielstätte für Paddle Tennis umgebaut. Auch die Gastronomie wird durch die Käufer weiter betrieben.
Zu den wichtigen Projekten 2026 gehört auch die Auslagerung des Bauhofes aus dem jetzigen Standort, denn wir brauchen mehr Platz für unsere Feuerwehr. Geplant ist ein Standort „An der Crivitzer Chaussee“.
Ein weiteres Projekt ist die Fertigstellung des Platzes für die Jugend. Der Planungs-und Genehmigungsprozess geht jetzt schon gut zwei Jahre und erinnert etwas an den „Stuttgarter Hauptbahnhof“. Solche Prozesse sind einfach zu lang, zu aufwendig und dadurch zu teuer. Bürokratieabbau lässt grüßen.
Darüber hinaus läuft die Planung „Erweiterung Baugebiet am Kiessee“. Dort sollen weitere Wohnhäuser und Wohnblöcke entstehen. Das ist nicht nur ein Beitrag zur Entwicklung unserer Gemeinde, sondern wirkt sich auch positiv auf den Haushalt aus: Mehr Einwohner bedeuten höhere Zuweisungen aus dem Einkommensteueranteil.
Ein wichtiges Anliegen der Gemeindevertretung ist natürlich die Bemühung zur Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes. Auch hier werden wir intensiv an einer Lösung arbeiten, um mittelfristig wieder einen Lebensmittelnahversorger für unseren Ort zu gewinnen. Also einen privaten Investor und Betreiber zu finden, aber auch eine Handelskette für unseren Ort zu interessieren.
Auch der Bedarf an seniorengerechtem Wohnen hinter dem Altenheim steht nach wie vor im Fokus. Auch hierbei geht es um eine privatwirtschaftliche Unternehmerentscheidung. In Kürze habe ich ein erstes Gespräch mit der neuen Geschäftsführerin der Diakonie zum Thema Plätze Altenheim und Bebauung der 5.000qm auf dem Diakoniegelände.
Schlusswort
Bei all diesen ernsten Themen werden wir aber auch, genau wie im Vorjahr, gemeinsam Lachen, Feiern und schöne Stunden haben. Stichwort Ostereiersuchen für die Kleinsten, Tanz in den Mai, Jazzfrühstück, Irish Night, Martinsumzug und Weihnachtsmarkt … um nur die Highlights zu nennen.
Pinnow steht vor Herausforderungen – aber Pinnow hat auch Ideen, Engagement und Zusammenhalt.
Lassen wir uns nicht von täglich schlechten Nachrichten die Zuversicht nehmen - schauen wir auf das, was wir haben: ein gutes Leben, ein starkes Dorf und eine Gemeinschaft, auf die wir stolz sein können.
Wenn wir diesen Weg gemeinsam weitergehen, mit Offenheit, Sachlichkeit und Mut zu Entscheidungen, dann bin ich zuversichtlich, dass wir auch das Jahr 2026 erfolgreich gestalten werden.
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen und wünsche uns allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr.
Ihr Günter Tiroux
(Hinweis: es gilt das gesprochene Wort)